Eine von Glen Slemmer angeregte und Kevin Enge weiterentwickelte sehr gefragte und populäre Farbvariante. Ursprung war eine Miami Phase Zuchtlinie, bei der die graue Grundfarbe durch Einkreuzen von Amelanistic eliminiert werden sollte, so dass nur noch rote Sattelflecken übrig blieben. Auch Rich Zuchowski züchtet mittlerweile über 25-Jahre an einer optimalen Candy Cane, selbst die aktuellen Nachzuchten entsprechen immer noch nicht seinem idealen Zuchtziel. Candy Cane bedeutet im US-Amerikanischen "Stielbonbon bzw. Zuckerstange", diesen Namen hat sie aufgrund ihrer Rot-Weißen Zeichnung erhalten.
Erscheinung:
Die optimale Candy Cane hätte knallrote Sattelflecken auf weißem Grund! Der gelbe oder orange Farbton soll im Grundton völlig fehlen, daher wird die Candy Cane oft als a-xanthische Farbvariante genannt. Streng genommen wäre A-Xanthic aber ein Gendefekt, der das Gelb eliminiert. Dieser ist jedoch bis heute noch unentdeckt. Bei der Candy Cane wird das Gelb und Orange durch Auswahlzucht herausgefiltert, in der Praxis ist dies aber schwierig. Gelbe Farbpigmente treten immer wieder auf, oft erst einige Generationen später.
Es ist schwer, eine wirklich schöne Candy Cane zu bekommen. Einige Züchter bieten "Candy Canes Orange" an. Schon mit der Bezeichnung kommt zum Ausdruck, dass diese eher orangefarbene statt Rote Sattelflecken haben. Es gibt allerdings auch von den orangen Candy Canes sehr schöne Tiere, bei denen kräftige orangefarbene Sattelflecken auf weitestgehend weißem Untergrund hervorstechen.
Leider ist es schwierig, junge 1a Tiere zu unterscheiden. Der Gelbanteil entwickelt sich erst mit dem Alter. Eine 1a Candy Cane ist daher erst in einem Alter von ca. einem Jahr festzustellen. Natürlich wissen das die Züchter, sie behalten daher viel versprechende Jungtiere zurück und selektieren erst nach einigen Monaten für die eigene Auswahlzucht.º
Vererbung:
Die Farbvariante Candy Cane ist eine auf Amelanismus basierende Auswahlzucht, d.h. phenotypisch bestimmt. Jeweils Tiere, die dem Zuchtziel näher kommen, werden selektiert und verpaart. Aus dem folgenden Wurf wieder nur die ziel-besten Tiere usw.
Für die Zucht bedeutet dies, eine Kornnatter kann nicht heterozygot (het.) für Candy Cane sein, da Candy Cane genetisch nur Amelanistic vererbt.² Paart man Candy Cane mit einer "optisch normalen" Amelanistic, kommen in der F1-Generation 100% Amelanistic heraus, deren optische Ausprägung aber völliger Zufall ist.
Ein Vergleich zur Erläuterung: Bei Menschen ist es ebenfalls nicht abzusehen und Zufall, ob das Baby Ähnlichkeiten mit dem Vater oder eher der Mutter hat. Erbt es die lange Nase vom Vater oder die Stupsnase der Mutter, die Segelohren der Mutter oder die windschnittigen Ohren des Vaters usw. Haben beide eine lange Nase und Segelohren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch das Kind so aussieht, eine Garantie ist es aber auch nicht!
Es kommt bei einer Auswahlzucht also primär auf das Aussehen der Elterntiere an und wie sie ihr Aussehen an die nächste Generation weitergeben. Für die Zucht einer Candy Cane braucht man daher immer zwei optische Candy Cane Eltern und etwas Glück!
Interessantes:
Rich Zuchowski brachte vor einigen Jahren eine männliche Amelanistic aus einer unabhängigen Bloodred-Linie in die Candy Cane Auswahlzucht mit ein. Vorherige Nachzuchten dieses Bocks wiesen einen sehr hellen Grundton auf. Er hatte die Hoffnung, mit diesem Bock seinem Ziel einer weißen Schlange mit feuerwehrroten Sattelflecken näher zu kommen. Die ersten Nachzuchten dieses Bocks innerhalb der Candy Cane Linie sahen viel versprechend aus, die Grundfarbe wurde heller. Bei einigen Tieren zeigte sich jedoch ein eigentlich ungewollter Nebeneffekt. Die gewünschten dunkelroten satten Sattelflecken lösten sich innerlich auf. Teilweise blieb nur noch ein roter Ring der Sattelflecken übrig. Die Tiere mit diesem Effekt wurden von Rich natürlich separiert und selbständig weiterentwickelt. Optisch sehen die Tiere tiefgefroren aus, die Farben wirken ausgewaschen und ausgebleicht. Dieser Effekt ist heute unter dem Namen "Frosted" bekannt und trat parallel zu Rich Zuchowski auch in anderen Linien auf.º
Einige Züchter versuchen, durch Einkreuzen von Emoryi-Blut in die Candy Cane Linie, die Grundfarbe zu stabilisieren. Die daraus gezüchteten angeblichen "Candy Canes" sind dann allerdings nicht mehr reinerbig, also Arthybriden. Diese sollten dann auch nicht mehr unter Candy Cane angeboten werden. Seriöse Züchter nennen diese Tiere dann "Candy Creams", da sie erbmäßig von den Creamsicles abstammen. Sie sollten daher auch bei Candy Cane mit dem Züchter darüber sprechen und ggf. die Elterntiere besichtigen. Leider ist bereits nach einigen Generation eine 100%ige optische Differenzierung zwischen den reinerbigen Kornnattern und Emoryi Candy's so gut wie unmöglich. Man ist auf das Wort des Züchters angewiesen, wobei selbst der Züchter keine 100%ige Garantie geben kann, solange die Linie nicht bei ihm den Ursprung hat.
Hi-White?:
1999 züchteten Bill & Kathy Love ein amelanistisches Tier, deren Elterntiere aus der Reverse Okeetee Linie stammen. Dieses Tier war neben den weißen Sattelflecken auch von der Grundfarbe schneeweiß. Es stellt damit das absolute Zuchtziel aller Candy Cane Bemühungen dar. Leider ist es Kathy nicht gelungen, dass enorme Weiß zu reproduzieren. Die Gelege waren trotz verschiedener Väter immer unbefruchtet oder es schlüpften defekte Nachkommen. Es handelt sich bisher um ein wirklich beeindruckendes Einzeltier. Im aktuellen Buch (Ausgabe 2005) von Kathy Love finden Sie ein Bild von dem Tier auf Seite 209 oben.
Bei Versuchen, mit diesem Tier eine neue Zuchtlinie zu beginnen, traten bei den ersten Nachzuchten gesundheitliche Probleme auf. Die Neonaten hatten eine Art Hautkrankheit sowie Defekte, es überlebten nur zwei Tiere. Diese beiden Tiere hatten jedoch von Geburt an keinen Schwanz. Das Hi-White Projekt wurde daraufhin eingestellt. Kathy Love gab das Tier 2005 ab. In einigen Anzeigen und Foren werden immer noch Tiere als Hi-White angeboten, Kathy Love hatte niemals Tiere aus der Linie verkauft! Bei den als Hi-White angebotenen Tieren ist daher kein Zusammenhang mit den hier genannten Einzeltier gegeben.
Die heute als Hi-White angebotenen Tiere stammen von Don Soderberg. Dieser hatte parallel und ohne Bezug eine ähnliche Auswahllinie gepflegt. Nach einigen Jahren sind aus dieser Linie 2004 die ersten Exemplare in den Handel gekommen. Die Linie von Don Soderberg steht dem Tier von Kathy in nichts nach. Don hat den Namen für die Tiere von Kathy übernommen, da phänotypisch eine enorme Ähnlichkeit besteht. Nähere Informationen finden Sie im Detailbericht zu Hi-White.
Diese Farbvariante ist ein Mix aus: Amelanistic & Auswahlzucht
º[Love95], S. 161 ¹[RichZ06], Internetseite ²[Pritzel05], S. 60
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18 User Online | Zeit: 13:36 Uhr | Freitag, 10. September 2010
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